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(Link-ID: 210)
Forschungsvorhaben werden überwiegend drittmittelgefördert durchgeführt. Sie haben vor allem Untersuchungen zur Diagnostik, Therapie, Pathogenese und Prophylaxe von Tropenkrankheiten und Humanparasitosen zum Gegenstand. Schwerpunkte sind dabei gegenwärtig Filariasis, Malaria, Schistosomiasis sowie klinische Medikamenten- und Impfstoffstudien. Hierfür stehen in Tübingen parasitologische, immunologische und molekularbiologische Laboratorien sowie ein klinisches Studienzentrum zur Verfügung. Besondere Bereiche sind nach der Gentechniksicherheitsverordnung und nach der Strahlenschutzverordnung nach Massgabe der Geschäftsstelle für Biologische Sicherheit zugelassen. Geschichtliches: Die ersten dokumentierten Versuche der Medizinischen Fakultät, an der Universität Tübingen ein tropenmedizinisches Institut einzurichten, finden sich 462 Jahre nach der Universitätsgründung durch Eberhard im Bart (Abbildung): Die Fakultät plant nämlich 1939, das Gebäude Nauklerstr. 47 vom Deutschen Institut für Ärztliche Mission (DIFÄM) zu für diesen Zweck erwerben. In einem Schreiben vom 30. Mai 1941 versucht der Rektor der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, den Reichskolonialbund, Gauverband Württemberg-Hohenzollern, für diesen Plan zu erwärmen. Er beantragt zudem in einem Schreiben vom 26. Juni 1941 an das Kultministerium Württemberg-Hohenzollern den Neubau einer Tropenklinik und eines medizinischen Tropeninstituts, und es kann bereits ein Bauplan vorgelegt werden. Die Vorhaben werden allerdings im weiteren Verlauf des Krieges nicht weiter verfolgt, zumal die Universität gegen Kriegsende geschlossen wird. Die Versuche, das Fach Tropenmedizin an der Tübinger Universität zu etablieren, werden wesentlich initiativ von Ludolph Fischer begleitet, der seit dem 29. Dezember 1938 in Tübingen tätig ist und am 7. April 1942 zum ausserordentlichen Professor für Tropenmedizin ernannt wird. Fischer bekommt nach Wiedereröffnung der Universität im März 1946 im Schloss Hohentübingen zwei Räume zugewiesen und konzentriert sich zunächst auf die tropenmedizinische Lehre und Fortbildung sowie wissenschaftlich auf die autochthone Malaria. Ein Antrag des Senats der Universität auf Gründung eines Tropenmedizinischen Instituts wird 1950 vom Kultminister Württemberg-Hohenzollern abgelehnt. ...
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